Ernährung nach den 5 Elementen

 

Neben der Atmung ist die Nahrungsaufnahme aus Sicht der alten Chinesen die wichtigste Energiequelle des Menschen, mit der er seine angeborene Lebensenergie ergänzen bzw. erhalten kann.

In der chinesischen Ernährungslehre – auch vielfach „Ernährung nach den 5 Elementen“ genannt, unterscheidet man Lebensmittel nach ihrer Qualität, nicht nach quantitativen Eigenschaften, wie beispielsweise der Anzahl der Nährstoffe oder der Kalorien, wie es bei uns im Westen getan wird.

Mit ihren Eigenschaften haben die einzelnen Nahrungsmittel eine spezifische Wirkung auf uns, unsere Organe und unsere Lebensenergie. Pfeffer, Chili und Knoblauch beispielsweise sind in ihrem Temperaturverhalten heiß und bewegen das Qi.

Die Kenntnis dieser Eigenschaften gibt uns die Möglichkeit, Mahlzeiten zusammenzustellen, die genau auf unsere Konstitution und unsere momentane Lebenssituation abgestimmt sind. Das spendet uns genau die Kraft, die wir brauchen.

 

„Wer immer der Vater einer Krankheit war, die Mutter war die schlechte Ernährung“
(chinesische Weisheit)

 

 

ALLGEMEINE ERNÄHRUNGSRICHTLINIEN

Grundsätzlich gilt, dass unsere Nahrung weitest gehend frisch und unbelastet sein sollte. Die Qualität der Lebensmittel verändert sich mit den Bedingungen unter denen sie wachsen, mit dem Reifegrad, mit der Zeit die nach der Ernte vergeht bis sie in unserer Küche landen und zu guter Letzt mit der Art und Weise ihrer Zubereitung.


Das meiste Qi bieten uns somit Nahrungsmittel, die reif geerntet wurden und kurz danach verwertet werden, nachdem sie langsam und möglichst ohne chemische Stoffe gewachsen sind. Das heißt, wir sollten nach Möglichkeit regionale Produkte der Saison zu uns nehmen, die natürlich erzeugt wurden.

 

Eine vollständige Mahlzeit sollte alle fünf Elemente enthalten – je nach Jahreszeit unterschiedlich gewichtet, wärmend, erfrischend oder kühlend.

 

Die Bekömmlichkeit unsers Essens wird erheblich dadurch beeinflusst, ob wir es mit Genuss, Zeit und Ruhe zu uns nehmen, oder wie es heute leider üblich ist, im Stehen schnell mal zwischendurch. Gegessen wird dann oft nur eine Kleinigkeit auf dem Weg zum nächsten Termin, dabei wird noch telefoniert oder über wichtige und unwichtige Dinge nachgedacht!

 

Mit gekochtem oder überbrühtem Gemüse, Eintöpfen, Suppen oder mit einem gekochten Frühstück stärken wir unsere Mitte optimal und unterstützen unser Verdauungsfeuer.

 

Regelmäßige Mahlzeiten, die die Bestandteile aus jedem der Fünf Elemente und jeder Geschmacksrichtung beinhalten, unterstützen den Aufbau unserer Verdauungskraft. Eine Überbetonung einzelner Geschmacksrichtungen oder Elemente führt zu einem Ungleichgewicht.

 

Die Einschränkung von Brot, Rohkost und Milchprodukten, sowie das Vermeiden von Süßigkeiten, kalten Getränken und Tiefkühlkost, mindern deutlich die heute weit verbreiteten ernährungsbedingten Probleme.

 

Die Prinzipien der chinesischen Ernährungslehre sind auf der ganzen Welt einsetzbar, in jeder Kultur, in jedem Breitengrad. Es sind keine speziellen Kochkünste oder Zutaten notwendig, um sich gesund und vital zu ernähren. Am wichtigsten ist, dass die Nahrung von unserem Körper optimal verwertet werden kann – also bekömmlich ist.